Studie: Sexuelle Aktivitäten und Einstellungen zur Sexualität

Im vergangenen Jahr habe ich mitgeholfen, den Fragebogen für eine psychologische Studie zur Sexualität an der Universität Exeter zu entwicklen. Es geht um sexuelle Aktivitäten und um Einstellungen zur Sexualität, insbesondere in Begegnungen mit neuen Sexualpartnern.

Der Fragebogen steht jetzt (auf englisch) online, benötigt etwa 20-30 Minuten und freut sich über Ausfüllende und Weiterverbreitende.

Gesucht werden Teilnehmer_innen aller Geschlechter, jeglicher Alter ab 18 Jahren, mit allen möglichen Hintergründen, Beziehungsstatussen, … die sich zutrauen, einen englischen Fragebogen auszufüllen, der neben Multiple-Choice-Fragen auch eine Freitext-Frage enthält.

Die Studie wurde von der Ethikkommission der Universität Exeter genehmigt, die Ergebnisse sollen in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift publiziert werden. Eventuelle Fragen zur Studie können an die auf der ersten Seite angegebene Kontaktadresse gestellt werden.

Gedanken zum Berufswechsel

An Entscheidungen für unterschiedliche Berufe werden sehr unterschiedliche Kontinuitätserwartungen herangetragen. Als ich angefangen habe, Informatik zu studieren, hat niemand, aber auch wirklich niemand zu mir gesagt: „Aha, so Computerkram. Spannend. Aber denkst Du denn, dass Du das bis zur Rente machen wirst?“ Was vermutlich angebracht gewesen wäre, denn es heißt ja immer, viele Menschen in meiner Altersgruppe werden nicht ihr ganzes Erwerbsleben bei einer Sache bleiben.

Als öffentlich sprechende Sexarbeiterin bin ich unzählige Male gefragt worden, ob ich denn vorhabe, das bis zur Rente zu machen. Weiterlesen

Ich mach‘ dann mal was Anderes.

Ja, ich weiß, es ist schwer zu glauben (und vielleicht noch schwerer zu verkraften ;-) ): ab November 2016 widme ich mich nach Jahren der IT-Abstinenz wieder einer Tätigkeit in meinem studierten Berufsfeld.

Huch? Ich dachte Du magst Deinen Beruf.

Ja, sicher. Ich habe gelegentlich die Sexarbeit als Lebensabschnittsberufung bezeichnet und das war sie auch: der Ort, wo ich unter den Kolleginnen so viele weibliche Vorbilder auf einem Haufen gefunden habe wie vorher noch nirgendwo im Leben. Der Ort, an dem ich mich an Berührung und Lust und Wertschätzung für’s Körperlichsein und Sinnlichsein satt gegessen habe wie noch nie zuvor. Ein Labor zum Ausprobieren, Grenzen austesten, Spielräume erweitern im Sexuellen aber oft auch einfach im allgemein Menschlichen. Eine lange Reihe spannender, berührender, lehrreicher, einfacher, fordernder, alltäglicher und überraschender Begegnungen. Ein Beruf, den ich gerne ausgeübt habe. Weiterlesen

DVD „SEXarbeiterin“ erschienen

sexarbeiterin-dvdsDie Wartezeit hat ein Ende – mein Dokumentarfilm „SEXarbeiterin“ ist jetzt auf DVD erhältlich. Neben dem Film (auf deutsch, wahlweise mit englischen Untertiteln) enthält die DVD alle Trailer sowie 76min Werkstattgespräch über Sexarbeit, Sexualität und Feminismus. Mit dabei: Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Kathrin Schrader, Soziologin Elfriede Steffan, Domina Emma Steel, Stadtforscherin Jenny Künkel und meine Wenigkeit. Wir diskutieren über Themen, die im Film zu kurz kommen, und beantworten Fragen, die im Anschluss an Filmvorführungen in den Publikumsgesprächen immer wieder gestellt wurden.

Die DVD kostet 20€ und kann online bei Partisan Filmverleih bestellt oder zu Deinem Massage- und Sessiontermin persönlich im jeweiligen Studios erworben werden.

„SEXarbeiterin“ – Reaktionen und Presse

Oft bin ich in den letzten Monaten gefragt worden, wie „SEXarbeiterin“ denn nun ankam, welche Erfahrungen ich gemacht habe, wie das Feedback war. Wir haben tatsächlich für so einen Nischenfilm eine spektakuläre Pressepräsenz gehabt, und für so ein kontroverses Thema überraschend wenige Verrisse ;-). Neben viel Lob für Kameraführung, Musik und Inhalte gab es natürlich auch Kritik: den Wunsch nach weiteren, ganz anderen Protagonistinnen im Film haben wir recht oft gehört. Manch eine fand den Film zu ästhetisch für das Thema, manch eine fand ihn nicht ästhetisch genug. Und wo der eine dankbar war für jede Szene U-Bahn-Fahrt, um sich von der für ihn ungewohnt offenen Darstellung der Massagen zu erholen, war es dem anderen zu viel Unspektakuläres und Alltägliches, das auch kürzer hätte abgehandelt werden können. Für manche war es ganz schön viel Redeinput aus ungewohnter Perspektive, der erst einmal verarbeitet werden musste, für andere hätte es gerne noch etwas politischer und intellektueller sein dürfen, mit weniger Bildern und mehr Interviews. Und so geht es natürlich weiter – kein Wunder, wenn man bedenkt, wie unterschiedlich die Menschen sind, die hierzulande den Weg in die Kinos finden.

Für diejenigen, die sich selbst einen Eindruck er-lesen wollen: Unter all den Rezensionen und Filmtipps mochte ich die der Filmlöwin und des Filmmagazins Artechock am liebsten. Weiterlesen