SEXarbeiterin – Crowdfunding für eine Kino-Doku

Was wohl inzwischen mit dem Dokumentarfilm passiert ist, für den ich im März MitspielerInnen gesucht habe? Eine ganze Menge! Seit Juni befinden wir uns mitten in den Dreharbeiten. Vieles ist schon im Kasten, und es gibt sogar schon einen Trailer:

Crowdfunding für die Postproduktion

Einiges haben wir noch vor, dann geht’s in die Postproduktion. Die Kosten dafür haben wir noch nicht ganz drin und hoffen deshalb auf Deine Unterstützung unserer Crowdfunding-Aktion. Wir freuen uns auch über ganz kleine Spenden! Und ich warte noch sehnsüchtig darauf, dass mal jemand die vom Team angebotenen sexuellen Dienstleistungen in Anspruch nimmt. Vielleicht zusammenlegen und einer Freundin oder einem Freund schenken? Wäre doch zu schade, wenn die Jungs ohne diese Erfahrung davonkämen… ;-).

Erfahrungen beim Dreh

Ich bin übrigens wirklich begeistert von der Zusammenarbeit. Schon sehr spannend, in so einer kleinen Kinofilmproduktion mal hinter die Kulissen schauen zu können. Ungewohnt, bei der Massage, also in einem Rahmen, der in gewisser Weise öffentlich buchbar aber eben doch auch sehr privat ist, gefilmt zu werden. Und dann auch gleich mit dreimal so viel Licht wie sonst (für die Kamera) und ohne Musik (damit der Ton später vernünftig geschnitten werden kann). Überraschend, wie gut es trotzdem möglich ist, Sobo und Eckhardt immer wieder für lange Minuten ganz zu vergessen und in dem aufzugehen, was gerade ist – sei’s in der Massage oder beim Kochen, Reden, Essen. Und immer wieder die Frage: Was will ich zeigen? Was ist mir zu privat? Was ist aber vielleicht für die Aussage des Films gerade deshalb wichtig? Was kann gerne die allgemeine Öffentlichkeit wissen und sehen, aber kratzt vielleicht an dem Bild, das ich meinen (zukünftigen) Gästen beruflich präsentiere? Zum Glück verstelle ich mich auf der Arbeit nicht. Das macht es einfacher, aber ich zeige mich ja hier auf der Webseite und in den Massagen schon selektiv – auch das gehört zur Professionalität. Wie weit bin ich bereit, diese Grenzen fallen zu lassen, um etwas entstehen zu lassen, was mir aus ideellen Gründen wichtig ist?

Es ist für mich ein spannender Prozess – und eine wirklich tolle und seltene Chance, mit einem Filmteam zu arbeiten, das sich wirklich dafür interessiert, was aus meiner Sicht in meinem Leben und meiner Arbeit wichtig ist. Das wird nicht der x-te Film über Sexarbeit, der die gleichen Klischees nochmal durchnudelt. Das wird ein Blick auf meine Realität, der gar nicht weit weg ist von meinem eigenen – nur ästhetischer ;-). Eigentlich sollte es das viel öfter geben. Denn meine Realität ist in meiner mythenumwobenen Branche ja auch nur eine unter ganz vielen sehr unterschiedlichen, die es alle wert sind, gesehen zu werden. Deswegen freue ich mich wahnsinnig, wenn ihr den Film unterstützt – für ein bisschen mehr Realismus und ein bisschen weniger Vorurteile gegenüber Tantramasseur_innen und Sexarbeiter_innen.

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