„SEXarbeiterin“ – Reaktionen und Presse

Oft bin ich in den letzten Monaten gefragt worden, wie „SEXarbeiterin“ denn nun ankam, welche Erfahrungen ich gemacht habe, wie das Feedback war. Wir haben tatsächlich für so einen Nischenfilm eine spektakuläre Pressepräsenz gehabt, und für so ein kontroverses Thema überraschend wenige Verrisse ;-). Neben viel Lob für Kameraführung, Musik und Inhalte gab es natürlich auch Kritik: den Wunsch nach weiteren, ganz anderen Protagonistinnen im Film haben wir recht oft gehört. Manch eine fand den Film zu ästhetisch für das Thema, manch eine fand ihn nicht ästhetisch genug. Und wo der eine dankbar war für jede Szene U-Bahn-Fahrt, um sich von der für ihn ungewohnt offenen Darstellung der Massagen zu erholen, war es dem anderen zu viel Unspektakuläres und Alltägliches, das auch kürzer hätte abgehandelt werden können. Für manche war es ganz schön viel Redeinput aus ungewohnter Perspektive, der erst einmal verarbeitet werden musste, für andere hätte es gerne noch etwas politischer und intellektueller sein dürfen, mit weniger Bildern und mehr Interviews. Und so geht es natürlich weiter – kein Wunder, wenn man bedenkt, wie unterschiedlich die Menschen sind, die hierzulande den Weg in die Kinos finden.

Für diejenigen, die sich selbst einen Eindruck er-lesen wollen: Unter all den Rezensionen und Filmtipps mochte ich die der Filmlöwin und des Filmmagazins Artechock am liebsten. Da haben Menschen aufmerksam zugesehen und auch mal nicht ganz so offensichtliche Aspekte, sei es im Inhalt oder im Filmischen bemerkt. Am meisten bedeutet haben mir allerdings die Reaktionen derjenigen, die sich wirklich in der Branche auskennen, also der Kolleginnen zum Beispiel bei Voice4Sexworkers oder im Ananda-Blog. Oder auch der Artikel im Magazin von kaufmich.com.

Ich habe im Zusammenhang mit dem Film auch einige Interviews gegeben. Interviews sind immer ein wenig Glücksspiel: zwar kann ich mir meine Zitate vor dem Druck zum Absegnen vorlegen lassen, das garantiert aber nur, dass ich eventuellen Mist herausstreichen und Missverständnissen vorbeugen kann. Damit ist natürlich noch lange nicht gesagt, dass die wirklich interessanten Themen, über die wir gesprochen haben, dann am Ende auch noch Teil des fertigen Interviews sind. Denn meistens werden die Gespräche sehr stark zusammengedampft. Dafür ist es jedes Mal umso schöner, wenn einmal etwas andere Fragen gestellt werden als die, die immer kommen, und diese am Ende auch Eingang ins Endprodukt finden. Besonders schön ist das in meinen Augen Unique von Lvstprinzip und Axel Schock vom Magazin der Deutschen Aidshilfe gelungen, sowie Bruno Bötschi vom Schweizer Portal Bluewin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.